Pressemitteilung 13.04.2015

Jarmuk: Zugang für Hilfsorganisationen und mehr Aufnahme von Flüchtlingen

Zu den Berichten über die humanitäre Lage im syrischen Flüchtlingslager Jarmuk erklären Claudia Roth MdB und Luise Amtsberg, Sprecherin für Flüchtlingspolitik:

Die Berichte über die dramatische Situation im nahe Damaskus gelegenen Flüchtlingslager Jarmuk sind alarmierend und besorgniserregend. Denn rund 16.000 Menschen, darunter 3.500 Kinder, sind in dem Lager eingeschlossen, von der Versorgung abgeschnitten und von der massiven Gewalt durch die Angriffe sowohl der Terrormiliz IS wie des Assad-Regimes in ihrem Leben bedroht. Die internationale Staatengemeinschaft muss sofort aktiv werden, um ein Massaker zu verhindern und der Perspektivlosigkeit in diesem Lager ein Ende zu setzen. Viele der Menschen trauen sich aufgrund der Bedrohung durch ISIS nicht, das Lager zu verlassen. Viele von ihnen wissen aber auch nicht, wohin sie fliehen sollen. Sie haben aber auch Angst vor den Unwägbarkeiten der Flucht, die nun der Alltag von Millionen Menschen aus Syrien geworden sind.

Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre bisherige Politik angesichts der dramatischen Lage in Jarmuk zu überdenken und sich nicht länger hinter dem fehlenden Engagement anderer EU-Mitgliedstaaten bei der Flüchtlingsaufnahme aus Syrien zu verstecken. Die bisher beschlossenen deutschen humanitären Aufnahmeprogramme müssen fortgeführt und so ausgeweitet werden, dass die Gruppe der palästinensischen Flüchtlinge aus Syrien wie in Jarmuk stärker als bisher berücksichtigt werden. Darüber hinaus müssen auch für palästinensische Flüchtlinge aus Syrien Erleichterungen bei Familienzusammenführungen möglich sein.

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