Pressemitteilung 07.08.2015

Afghanistan: Zivilbevölkerung schützen, Friedensgespräche fortführen

Zum Terroranschlag in Kabul erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik

Wir verurteilen den verheerenden Anschlag in Kabul, bei dem zehn Menschen ihr Leben verloren haben und Hunderte verletzt wurden. Er macht auf dramatische Weise deutlich, wie es um die Sicherheitslage in Afghanistan bestellt ist. Seit dem Wechsel an der Spitze der Taliban sind dutzende Anschläge landesweit verübt worden. Gefechte zwischen Aufständischen und Regierungstruppen fordern unvermindert hohe Opfer unter der Zivilbevölkerung. Dem jüngsten Bericht der Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) zufolge gab es 1.500 Tote und über 3.000 Verletzte allein in der ersten Hälfte dieses Jahres. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder.

Gerade im Rahmen der Ausbildungsmission hat Deutschland eine Verpflichtung, den Schutz von Zivilisten und Zivilistinnen in den Vordergrund zu stellen. Die afghanische Armee und Polizei ist innerhalb weniger Jahre schnell gewachsen. Die Qualität der Ausbildung hat bei dem schnellen Aufwuchs nicht immer mitgehalten. Deshalb mahnen die Vereinten Nationen strengere afghanische Richtlinien zur Vermeidung ziviler Opfer an. Deutschland muss das aktiv unterstützen.

Eine politische Lösung ist die Voraussetzung für ein Ende der Gewalt in Afghanistan. Hier sind in den vergangenen Wochen in direkten Gesprächen der Taliban mit der afghanischen Regierung wichtige Schritte gemacht worden. Die erneute Welle der Gewalt darf die Hoffnung auf und das Bemühen um tragfähige Gespräche nicht begraben. Die Bundesregierung muss der afghanischen Regierung deutlich machen, dass Sie von der afghanischen Regierung erwartet, dass Friedensgespräche auch unter den schwierigen Bedingungen fortgesetzt werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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