Pressemitteilung 31.08.2015

Milchbauernproteste: Ministerium orientierungslos

Zur morgigen Großdemonstration der Milchbauern in München erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich so viele Bäuerinnen und Bauern der Sternfahrt des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter (BDM) angeschlossen haben und in München demonstrieren. Wir wünschen allen Milchbauern in den kommenden Wochen viel Kraft, um ihren Protest nach München, Berlin und Brüssel zu tragen.

Die anhaltend niedrigen Preise sind nicht nur ein vorübergehendes Problem für zahlreiche Betriebe. Sie sind eine akute Bedrohung für die Landwirtschaft und die Agrarstruktur. Die Betriebe, die in dieser Marktkrise wegfallen, kommen nicht wieder. Das führt zu einer immer größeren Konzentration. Diese Entwicklung ist fatal: Wir brauchen die bäuerliche Milchviehhaltung. Wir brauchen die Vielfalt der Erzeugung und die Kühe auf der Weide. Wir brauchen keine zunehmende Konzentration von Tierfabriken.

Notwendig ist deshalb ein Umdenken im Bauernverband und bei Agrarminister Schmidt. Die Milchmenge muss endlich runter, damit der Preis sich erholt. Doch während die Bauern schon umdenken, stellen sich die Funktionäre des Bauernverbands und des Ministeriums stur und bleiben bei ihrer Vogel-Strauß-Strategie. Die hilft derzeit überhaupt nicht: Wer den Kopf in den Sand steckt, taucht orientierungslos wieder auf. Dabei brauchen die Bäuerinnen und Bauern jetzt richtungsweise Entscheidungen.

Notwendig sind vor allem: Eine akute Mengendrosselung und die Einführung eines effektiven Sicherheitsnetzes. Das umfasst eine effektive Marktbeobachtungsstelle, die Einführung einer Milchpreisindexgebundenen Auslöseschwelle bei Marktkrisen und effektive Maßnahmen zum Krisenmanagement wie etwas von branchenfinanzierten Bonuszahlungen zur Mengenreduzierung.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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