Pressemitteilung 16.12.2015

Agrareinkommen: Nirgends so stark gesunken wie in Deutschland

Zur Veröffentlichung der landwirtschaftlichen Realeinkommen pro Arbeitskraft in der EU, erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Diese Zahlen sind eine Bankrotterklärung der unionsgeführten Agrarpolitik. Jetzt zeigt die einseitige Ausrichtung auf den Export und wenige Weltmarktprodukte ihre katastrophale Wirkung. Die Kosten dafür tragen die Bäuerinnen und Bauern.

Das ist auch das Ergebnis der jahrelangen Einflüsterungen und Heilsversprechungen des Deutschen Bauernverbandes, die Zukunft der Landwirtschaft läge in der ständigen Mengenausweitung und im Export.

Das Absinken der landwirtschaftlichen Realeinkommen um 37,6 Prozent macht überdeutlich, dass der Weg von Wachsen und Weichen ins Nirgendwo führt. Wir brauchen jetzt dringend eine grundlegende Kehrtwende, wenn wir verhindern wollen, dass auch noch die letzten Betriebe aufgeben müssen.

Die Exportabhängigkeit hat nur zu einer massiv gestiegenen Anfälligkeit gegenüber den fragilen und volatilen Märkten geführt. In der anhaltenden Marktkrise haben nur die Verarbeiter, der Lebensmittelhandel und die Molkereien profitiert auf Kosten der Bäuerinnen und Bauern.

Das vergleichsweise gute Abschneiden von Ländern wie Österreich, Frankreich, Spanien und Italien zeigt, dass Länder, die auf Vielfalt, Regionalität und hochwertige Produkte setzen in der Krise bestehen können.

Das Konzept der Stunde muss deshalb „Vielfalt“ heißen, um das Risiko der Märkte ab zu puffern und Wertschöpfung in der Landwirtschaft zu halten. Eine nachhaltige ökonomische Perspektive für die Landwirtschaft kann nur in der Ausrichtung auf die Versorgung hochpreisiger Märkte liegen. Das erfordert Qualitätsproduktion und mehr regionale Versorgungs- und Verarbeitungsstrukturen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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