Pressemitteilung 07.12.2015

Amadeu Antonio - Erinnerung als Auftrag

Zum morgigen 25. Jahrestag des rassistischen Mordes an Amadeu Antonio erklären die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter:

Wir gedenken Amadeu Antonios, der vor 25 Jahren von rassistischen Schlägern zu Tode geprügelt wurde. Der junge Angolaner war eines der ersten Opfer rassistischer Gewalt im wiedervereinigten Deutschland. Er starb am 6. Dezember 1990. Sein schrecklicher Tod mahnt uns, alle Anstrengungen zu unternehmen, um Rassismus und Gewalt immer und überall entgegenzutreten.

Rechte Gewalt ist ein fundamentales Problem in Deutschland. Die anhaltenden Gewalttaten gegen Flüchtlinge besorgen uns tief. Unerträglich ist auch, dass viele Opfer rechter Gewalt bis heute nicht als solche anerkannt sind. 178 rechts motivierte Todesfälle hat die Amadeu-Antonio-Stiftung seit 1990 gezählt. Anerkannt wurden davon von der Bundesregierung lediglich 78. Für die Hinterbliebenen ist das ein unfassbarer Schmerz.

Seit ihrer Gründung 1998 arbeitet die Antonio-Amadeu-Stiftung gegen Fremdenhass und Gewalt. Sie zeigt seit Jahren höchste Zivilcourage und ist eines der Gesichter bürgerlichen Engagements gegen Intoleranz. Und das erfolgreich: Amadeu Antonios Heimatstadt Eberswalde beispielsweise hat längst nicht mehr den Ruf einer rechtsextremen Hochburg. Die Stiftung konnte bereits viele zivilgesellschaftliche Initiativen ins Leben rufen und unterstützen. Für diese wertvolle, anstrengende aber auch erfüllende Arbeit hat sie unsere volle Unterstützung.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4397459