Pressemitteilung 15.12.2015

Atomkraft: Risse-Meiler in Belgien läuft wieder

Anlässlich des Wiederanfahrens des belgischen AKW Tihange 2, erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Einen Meiler wieder hochzufahren, der Risse hat, ist unverantwortlich und gefährlich. Angesichts der Grenznähe hätte die Bundesregierung sich schon längst für eine Stilllegung einsetzen müssen. Wenn der Reaktordruckbehälter versagt und es zu einem Atomunfall käme, würde auch Deutschland aufgrund des häufigen Westwindes stark radioaktiv verseucht.

Bisher konnten die belgischen Behörden nicht einmal zweifellos klären, wodurch die Risse entstanden sind und um welche Schäden es sich konkret handelt. Das Vorgehen der belgischen Atomaufsicht ist äußerst zweifelhaft. Es ist nicht sicherheitsgerichtet und wenig vertrauenerweckend. Der Reaktordruckbehälter ist das Herzstück des Reaktors. In diesem Behälter befinden sich die Brennelemente, dort entsteht die nukleare Kettenreaktion. Ungenauigkeit und Nachlässigkeit sind absolut inakzeptabel.

Die Bundesregierung verweist wie so oft auf nationale Souveränität und wartet erst mal ab. Die Schutzvorsorge der Bundesregierung endet offenbar an der Staatsgrenze – die radioaktive Wolke jedoch nicht.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4397547