Pressemitteilung 09.12.2015

ICE-Strecke Erfurt-Leipzig/Halle: Viel Aufwand, zu wenig Nutzen

Zur heutigen Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecke Erfurt-Leipzig/Halle (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8.2) erklärt Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik:

Für das Prestigeprojekt wurden Milliarden für kürzere Fahrzeiten zwischen wenigen Städten investiert. Gut ist das vor allem für die größeren Städte, doch Fahrgäste abseits der Magistralen bleiben buchstäblich auf der Strecke. Bis heute gibt es kein belastbares Konzept, wie die durch die Neubaustrecke abgehängten Städte Weimar, Naumburg, Jena und Saalfeld im Fernverkehr angebunden werden können.

Leider wurde die neue Strecke nicht von Beginn an so geplant, dass sie in den Umsteigebahnhöfen optimale Anschlüsse in alle Richtungen ermöglicht. Das werden Fahrgäste in Leipzig und Erfurt spätestens mit der vollständigen Inbetriebnahme der ICE-Strecke 2017 spüren, wenn Sie auf Anschlusszüge länger warten müssen. So geht für Bahnreisende der Fahrzeitvorteil im Hochgeschwindigkeitsverkehr durch Warterei auf dem Bahnsteig wieder verloren.

Künftig muss im Netz planvoller und weitsichtiger investiert werden. Wir brauchen ein neues Leitbild für den Ausbau des Bahnverkehrs, das der Bund vorgibt. Die Deutsche Bahn redet bisher nur vom Deutschland-Takt; jetzt müssen aus den schönen Konzepten aus dem Frühjahr endlich Fahrpläne werden.

Die Investitionen müssen sich nach dem geplanten Fahrangebot richten und nicht anders herum. Nur so profitieren Fahrgäste von kürzeren Fahrzeiten im gesamten Netz und nicht nur auf wenige Strecken. Dieses Planungsprinzip muss bei allen Schienenprojekten des neuen Bundesverkehrswegeplans Grundlage sein.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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