Pressemitteilung 22.12.2015

Milchkrise: Zahl der Milchviehbetriebe in 2015 um 4,2 Prozent gesunken

Zur heute veröffentlichten Anzahl der milchviehhaltenden Betriebe erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Bei der augenblicklichen Lage wird in vielen Milchbetrieben wohl keine festliche Stimmung aufkommen. Agrarminister Schmidt lässt die Milchbäuerinnen und Milchbauern mit ihrer Existenzangst im Regen stehen. Dabei wäre es an ihm jetzt aktiv zu werden und endlich zu handeln.

Die aktuellen Zahlen bieten großen Grund zur Sorge. Wir sehen uns mit einem Strukturbruch konfrontiert, der die Milcherzeugung in Deutschland verändern wird. Mit einer Erholung der Märkte ist frühestens zum nächsten Sommer zu rechnen. Bis dahin werden allerdings zahlreiche weitere Betriebe aufgegeben haben.

Die Zahl der Betriebe ist in den vergangenen sechs Monaten um zwei Prozent von knapp 75.000 auf nur noch 73.255 gefallen. Das heißt 1.507 Betriebe mussten aufgeben. In den vergangenen zwölf Monaten nahm die Zahl der Betriebe um 4,2 Prozent ab und 3.214 Betriebe mussten aufgeben.

Der Agrarminister versucht, diese Milchkrise auszusitzen und betreibt zusammen mit dem Deutschen Bauernverband eine Steigbügelpolitik für die Molkereien und die Discounter. Die Leidtragenden davon sind die Milchbäuerinnen und Milchbauern und unsere Landwirtschaft.

Menge oben – Preis unten: Solange Schmidt dieses einfache Marktgesetz nicht erkennt und dafür sorgt, dass Mengen vom Markt kommt, wird sich auch an der Lage der Betriebe nichts ändern. Schmidt darf sich einer Zusammenarbeit mit den Bundesländern und den Bauernorganisationen außerhalb des Bauernverbandes nicht mehr verweigern, dafür ist die Situation zu ernst.

Der Agrarminister muss sich jetzt auch gegenüber den Lebensmittelunternehmen vehement für faire Preise einsetzen und dafür sorgen, dass Preiserhöhungen auch an die Erzeuger weitergegeben werden und nicht im Handel stecken bleiben.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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