Pressemitteilung 11.02.2015

Fachkräftesicherung: Nahles vernachlässigt ihre Aufgaben

Zum Fortschrittsbericht 2014 des Fachkräftekonzepts der Bundesregierung erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Zur Fachkräftesicherung in Deutschland trägt Bundesarbeitsministerin Nahles herzlich wenig bei. Darüber kann der Fortschrittsbericht nicht hinwegtäuschen. Nahles profitiert einzig und allein von der zurzeit kräftigen Einwanderung von qualifizierten Fachkräften aus der Europäischen Union. Die bestehenden strukturellen Probleme im Lande aber packt sie nicht an oder verstärkt sie sogar noch.

So sorgt Nahles mit der Rente mit 63 dafür, dass dringend benötigte Fachkräfte vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Damit macht sie die positive Entwicklung bei der Erwerbsbeteiligung Älterer wieder zunichte. Es reicht auch nicht der schlichte Blick auf die Erwerbsquote von Frauen. So lange viele gut ausgebildete Frauen in Minijobs versauern, werden ihre Talente und Potenziale für den Arbeitsmarkt bei weitem nicht ausgeschöpft. Nach wie vor haben 1,5 Millionen Personen zwischen 25 und 35 Jahren keine Berufsausbildung. Aber eine echte Ausbildungsgarantie, mit der endlich die Zahl der jungen Menschen ohne Abschluss gesenkt werden könnte, ist nicht in Sicht. Statt in die Qualifikationen von Arbeitslosen zu investieren, lässt Nahles sie auf dem Abstellgleis stehen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung weist zudem auf deutliche Schwächen bei der Einwanderung aus Drittstaaten hin. Deswegen müssen die Hürden am Arbeitsmarkt abgebaut und ein transparentes Einwanderungsgesetz auf den Weg gebracht werden.

Es wäre ein ziemlicher Fortschritt, wenn sich die Ministerin endlich an ihre Arbeit machen würde. Nur mit einem Mix aus Einwanderung, Bildung und Aktivierung zurzeit nicht genutzter Fachkräftepotenziale kann der Fachkräftebedarf der Zukunft gedeckt werden.

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