Pressemitteilung 12.02.2015

Griechenland: Gefahr nicht unterschätzen

Zum gescheiterten Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel erklärt Gerhard Schick, Sprecher für Finanzpolitik:

Die Gefahren einer Nicht-Einigung zwischen den Euro-Ländern dürfen nicht unterschätzt werden. 

Natürlich ist die Finanzmarktsituation heute nicht mit der im Mai 2010 zu vergleichen. Trotzdem kann niemand verlässlich kalkulieren, was die Kombination aus rechtlich unklarer Vorgehensweise für einen Euro-Austritt Griechenlands und nach wie vor instabilen Finanzmärkten in Griechenland, in anderen Krisenländern und in der gesamten Eurozone auslösen würde. 

Ansteckungsgefahren gehen nicht nur von rein mechanischen Verflechtungen wie ausstehenden Bankkrediten aus. Wenn die Bürger, Unternehmen und Finanzmärkte realisieren, dass ein Euroaustritt nach der Wahl einer neuen Regierung möglich ist, wird auch in Spanien, Italien und Frankreich die Unsicherheit zunehmen.

Hinzu kommt, dass schwerwiegende Auswirkungen auf Griechenland zu befürchten sind: Bei einem Euroaustritt würde Griechenland im Chaos versinken. Neben den Staatsschulden könnte auch die Privatwirtschaft ihre etwa 140 Milliarden Euro Auslandsschulden nicht bedienen. Viele Unternehmen würden in den Konkurs getrieben. Durch die Abwertung der Drachme würden lebensnotwendige Güter wie Strom oder Medikamente für viele Menschen unerschwinglich teuer.

Die neue griechische Regierung hat keine absurden Forderungen auf den Tisch gelegt. Die Bundesregierung wie auch die griechische Regierung sollten jetzt zügig und konstruktiv an einer europäischen Lösung arbeiten. Eine Fortsetzung des Verhandlungspokers ist zu riskant.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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