Pressemitteilung 12.01.2015

Antibiotika: Problem erkannt und dennoch ungelöst

Zum Nachweis der Belastung von Putenfleisch mit resistenten Keimen durch die BUND-Studie erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

 

Die Ergebnisse sind beunruhigend und leider nicht überraschend. Dass der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung zu einer Gesundheitsgefahr für die Verbraucherinnen und Verbraucher geworden ist, wissen wir seit Jahren. Und genau so lange müssen wir bisher auf ernstgemeinte Konsequenzen des Landwirtschaftsminister und der Tierhaltungsindustrie warten.

 

Es ist bisher eben keine Reduzierung der antibiotischen Tierbehandlungen erreicht worden. Der Rückgang der Gesamtmenge an abgegebenen Antibiotika wird durch den Einsatz von niedrigdosierten Reserveantibiotika aufgewogen. Der Bauernverband und die Agrarlobbyisten in den Reihen der Politiker leugnen nach wie vor, dass hier ein grundsätzliche Schieflage in der Tierhaltung vorherrscht: Doch wenn es kaum gelingt, Schweine, Geflügel und Kälber ohne Antibiotikagaben bis zur Schlachtreife aufzuziehen, kann mit den Haltungsbedingungen etwas nicht stimmen.

 

Wir bieten den Bäuerinnen und Bauern an, gemeinsam mit ihnen für Verbesserungen zu kämpfen: Verbesserungen für die Tiere, aber auch Verbesserungen in der Wertschätzung für Lebensmittel, damit der stetig wachsende Preisdruck sie nicht weiterhin zu immer größeren Ställen mit mehr Tieren drängen kann.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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