Pressemitteilung 15.01.2015

Bundesregierung muss bei MobiPro riesigen Imageschaden reparieren

Zu der heutigen Auftaktveranstaltung der Bundesregierung zur neuen Förderphase des Programms MobiPro-EU für junge arbeitslose EuropäerInnen, erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Nach dem Chaos während der letzten Förderphase sollte die Bundesregierung jetzt erstmal kleine Brötchen backen. Es ist erst ein halbes Jahr her, dass zig junge Europäerinnen und Europäer teils Monate auf die zugesicherten Zahlungen warten mussten. Die Zukunft des Programms stand lange Zeit in den Sternen. Die Reaktionen der Presse in den europäischen Herkunftsländern waren verheerend.

Die Bundesregierung muss liefern und beweisen, dass sie aus ihren Fehlern gelernt hat. Denn das Chaos ist noch nicht beendet: Von den 5.500 Jugendlichen, die das Programm im vergangenen Jahr begonnen haben, sind 2000 bisher nicht in einer Ausbildung angekommen. Wo diese Jugendlichen verloren gegangen sind, ist unklar.

Wenn MobiPro wenigstens einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und zur Linderung des Fachkräftemangels in Deutschland leisten soll, dann muss das verlorene Vertrauen vor allem bei den Jugendlichen zurück gewonnen werden. Langfristig sollten die Erfahrungen, die durch MobiPro gesammelt werden, dazu genutzt werden einen europäischen Ausbildungsmarkt zu schaffen. Denn bei 5,1 Millionen arbeitslosen Jugendlichen können zwei- bis dreitausend Plätze in einem einzigen Förderprogramm kaum etwas bewirken.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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