Pressemitteilung 27.01.2015

Die Erinnerung lebendig halten

Zum Holocaust-Gedenktag erklären die Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter:

Das Konzentrationslager Auschwitz war der zentrale Ort der ebenso systematischen wie bestialischen Vernichtung von sechs Millionen Juden. Die Befreiung des KZ vor 70 Jahren hat ein beispielloses Verbrechen gegen die Menschlichkeit beendet. Die Erinnerung an die Shoa darf nicht verblassen.

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz gibt es immer weniger lebende Zeitzeugen. Es ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, ihre Erinnerungen, ihr Schicksal lebendig zu halten und an die jüngeren Generationen weiterzugeben. Die Verdrängung der in deutschen Namen verübten Verbrechen nach Kriegsende wurde zu Recht als „zweite Schuld“ bezeichnet. Dass sich heute laut einer Bertelsmann-Studie die Mehrheit der Deutschen wünscht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, zeigt wie wichtig es ist, das Bewusstsein für den Zusammenhang von Vergangenheit und Zukunft zu stärken.

Denn wer sich erinnert, schaut auch nach vorn. Die Lehre aus dem Holocaust muss sein, allen anti-semitischen, rassistischen und menschenfeindlichen Tendenzen entgegenzutreten. Es ist ein deutliches Alarmsignal, wenn auf Demonstrationen anti-jüdische Hassparolen gerufen werden, wenn Jüdinnen und Juden sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlen. Ausgrenzung und Stigmatisierung von Minderheiten haben in einer freiheitlichen und friedlichen Gesellschaft keinen Platz. Dafür zu streiten bedeutet, das Vermächtnis von Auschwitz anzunehmen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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