Pressemitteilung 09.01.2015

Fernbusse: Fusion erhöht Wettbewerbsdruck auf die Bahn

Zur Pressekonferenz anlässlich der geplanten Fusion von MeinFernbus und FlixBus erklärt Matthias Gastel, Mitglied des Verkehrsausschusses:

Schon auf der ersten Pressekonferenz des geplanten Fernbus-Großunternehmen wird klar: Um bei einem Fernbus-Marktanteil von über 70 Prozent weiter wachsen und Gewinne erzielen zu können, wird der neue Fernbus-Großanbieter zunehmend andere Verkehrsträger angreifen. Die geplante Schaffung von neuen Expressverbindungen wird insbesondere den Druck auf die Bahn erhöhen, die 2014 aufgrund der Fernbusse bereits Umsatzeinbußen in Höhe von 120 Millionen Euro verzeichnete. Denn die Expressverbindungen verringern den bisherigen Hauptnachteil der Busse gegenüber der Bahn, die relative Langsamkeit.

Die Deutsche Bahn AG ist daher aufgerufen, neue, innovative Konzepte zur Fahrgastgewinnung zu entwickeln und ihren Service zu verbessern. Zentral sind: Mehr Pünktlichkeit, preiswerte Angebote (wie zum Beispiel mit dem neuen IRE zwischen Berlin und Hamburg), kostenloses W-LAN im ICE auch in der zweiten Klasse und mittelfristig in allen Zügen. An bewährten Produkten mit hoher Kundenzufriedenheit wie der BahnCard, sollte die DB nicht rütteln.

Vom Bund erwarten wir, angesichts des weiter wachsenden Fernbusmarkts, die Klarstellung der Zuständigkeiten beim Ausbau und Unterhalt der Busterminals. In vielen Städten können die Busbahnhöfe den Ansturm von Bussen und Fahrgästen nicht mehr bewältigen. Fahrgäste müssen häufig am Straßenrand, Wind und Wetter ausgesetzt, auf ihren Bus warten. Zur Mindestausstattung von Busterminals gehören überdachte Wartebereiche mit Sitzgelegenheiten, Sanitäranlagen und Fahrplänen. Wir fordern die Bundesregierung daher auf, die notwendigen Rahmenbedingungen für Investitionen schnell umzusetzen.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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