Pressemitteilung 13.01.2015

Frankreich setzt weiter auf Atomkraft: Teuer und rückwärtsgewandt

Anlässlich der heutigen Aussagen der französischen Energieministerin Ségolène Royal zu möglichen AKW-Neubauten in Frankreich, erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Bevor die französische Regierung darüber nachdenkt, ob sie neue Atomkraftwerke baut, sollte sie sich erst mal um ihre veralteten Schrottmeiler Fessenheim und Cattenom kümmern. Besonders bei Fessenheim muss der französische Staatspräsident François Hollande zu seinem Wahlversprechen stehen und die Abschaltung bis Ende 2016 einhalten. Die Bundesregierung muss endlich tätig werden und sich hier für die Sicherheit der angrenzenden deutschen Bevölkerung einsetzen.

 

Dass sich der Neubau von Atomkraftwerken überhaupt nicht rechnet, zeigt sich im eigenen Land bei der Anlage in Flamanville. Bereits seit 2007 wird am Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) gebaut. Die für 2013 ursprünglich geplante Inbetriebnahme ist schon lange passé. Inzwischen wird die Fertigstellung jetzt für das Jahr 2017 ins Auge gefasst, zehn Jahre nach Baubeginn. Die Baukosten sind explodiert: von 3,3 Milliarden Euro auf mindestens 8 Milliarden Euro. Die gleichen Probleme spielen sich beim EPR-Bau im finnischen Olkiluoto ab.

 

Atomkraft ist eine hochgefährliche, veraltete und teure Risikotechnologie. Den großen Herausforderungen der Zukunft wie weiteren Klimaveränderungen, dem wachsenden Energiehunger mit zeitgleicher zunehmender Rohstoffknappheit müssen wir gemeinsam günstige und ökologisch nachhaltige Erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz entgegensetzen.

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