Pressemitteilung 22.01.2015

Grüne Woche: Ökolandbau-Preis darf kein Feigenblatt sein

Zur heutigen Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Ökolandbau auf der Grünen Woche in Berlin erklären Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Herzlichen Glückwunsch den Preisträgern des Ökolandbau-Bundeswettbewerbs aus dem Südschwarzwald, aus Bingenheim in Hessen und aus Wilhelmsdorf bei Bielefeld! Sie führen uns deutlich vor Augen, dass hochwertige ökologische, regionale, gentechnikfreie Landwirtschaft ein echtes Erfolgsmodell ist. Das ist eine Landwirtschaft, wie sie sich auch die Besucher der Grünen Woche vorstellen möchten – und wie sie ihnen auch häufig suggeriert wird, selbst wenn es viel zu selten der Realität entspricht. Womöglich ist es kein Zufall, dass alle drei Preisträger in Bundesländern mit Grünen Agrar-Länderministerien beheimatet sind. Denn auch die politischen Rahmenbedingungen sind wichtig für den Öko-Erfolg.

Schön, dass auch Agrarminister Schmidt die erfolgreichen Öko-Betriebe durch die heutige Preisverleihung honoriert. Aber er muss auch dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für eine solche nachhaltige Landwirtschaft im Einklang mit Umwelt, Natur, Tieren und Menschen künftig noch besser werden - damit sie sich weiter entwickeln und auch in Zukunft bestehen kann. Leider sieht es eher nach dem Gegenteil aus, wenn Schmidt den Schutz regionaler Spezialitäten und die Gentechnikfreiheit beim TTIP verscherbelt, nur um der hiesigen Agrarindustrie ein paar vermeintliche Exportchancen in Aussicht stellen zu können. Das ist alles andere als nachhaltig.

Wenn die heutige Preisverleihung mehr sein soll als ein kontrolliert ökologisches Feigenblättchen, muss Christian Schmidt sich jetzt bei der Neugestaltung der EU-Ökoverordnung kräftig ins Zeug legen, damit aus dem schlechten Entwurf noch etwas Vernünftiges wird. Und wenn der Agrarminister heute einen Öko-Saatgutbetrieb auszeichnet, muss er besonders für die zentrale Zukunftsaufgabe der Züchtung ökologischen Saatguts bessere Bedingungen schaffen. Die Neuregelung des EU-Saatgutrechts und ein deutlicher Ausbau der Förderung der Öko-Züchtung sind zentrale Punkte auf der Bio-Agenda.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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