Pressemitteilung 14.01.2015

Pflegequalität: Für echte Transparenz sorgen

Zur heutigen Vorstellung des 4. Pflege-Qualitätsberichts des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) erklärt Elisabeth Scharfenberg,

Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die Qualität in der stationären und ambulanten Pflege hat sich laut dem aktuellen Qualitätsbericht des MDS zufolge verbessert. Das ist erfreulich. Der Bericht stellt aber auch fest, dass es weiterhin viel Handlungsbedarf gibt, etwa bei der Schmerzversorgung der Pflegebedürftigen.

Die tendenziell positiven Signale des MDS-Berichts dürfen nicht dazu verleiten, die Diskussion zur Pflegequalität schleifen zu lassen. Es gibt weiterhin ein großes Transparenzproblem. Dies wird besonders am Konflikt um die sogenannten „Pflege-Noten“ deutlich. Diese haben nicht zu mehr Transparenz beigetragen und taugen nicht, um die Qualität einer Einrichtung oder eines ambulanten Dienstes korrekt und transparent abzubilden. Deshalb fordern wir schon seit langem die Aussetzung der Pflege-Noten.

Der MDS-Bericht mag zwar fachlich etwas differenzierter und aussagekräftiger sein. Insgesamt aber sind die Menschen zunehmend irritiert. Kaum jemand wird den Unterschied zwischen den Pflege-Noten und dem MDS-Bericht verstehen. Es ist absurd. Unter den gut gemeinten Zielen der Transparenz, Information und Aufklärung ist in den letzten Jahren vor allem Verwirrung gestiftet worden.

Sowohl die Pflege-Noten wie auch der MDS-Bericht stellen nur bedingt die wirkliche Pflege-Qualität da. Vor allem bei den Pflege-Noten fußt die Bewertung in großen Teilen auf der Qualität der Pflege-Dokumentation. Auch deshalb fordern wir die Errichtung eines unabhängigen Instituts für Qualität in der Pflege, das künftig die Qualitätsanforderungen in der Pflege erarbeiten soll. Die Darstellung und Bewertung der tatsächlichen Ergebnisqualität muss künftig im Vordergrund stehen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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