Pressemitteilung 30.07.2015

Arbeitsmarkt: Nahles drückt sich um das Hauptproblem Langzeitarbeitslosigkeit

Zu den Arbeitsmarktzahlen für den Monat Juli erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Der Arbeitsmarkt zeigt sich auch im Juli weitestgehend stabil. Stabil bleibt leider auch die hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen. In der offiziellen Statistik sind es nach wie vor über eine Million Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind. Ohne statistische Trickserei fiele diese Zahl noch einmal deutlich höher aus – und zwar um mindestens acht Prozent, wie Forscher des IAB jüngst errechnet haben. Hinzu kommen über 165.000 Langzeitarbeitslose, die aus der Statistik gefallen sind, weil sie über 58 Jahre alt sind und ein Jahr kein Arbeitsangebot bekommen haben.

Die Arbeitsministerin rechnet sich das drängendste Problem der Arbeitsmarktpolitik schön. Sie vernachlässigt die Langzeitarbeitslosigkeit auf fahrlässige Weise. Nahles muss die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt endlich anpacken. Wir brauchen einen Sozialen Arbeitsmarkt und mehr Investitionen in Qualifikation und Weiterbildung. Nur so haben auch Langzeitarbeitslose eine Chance, von der guten Lage am Arbeitsmarkt zu profitieren.

Auch beim Arbeitsmarktzugang von Asylsuchenden tut Nahles zu wenig. Darüber kann auch die gestrige Entscheidung im Kabinett zu Praktika nicht hinwegtäuschen. Sie reicht bei weitem nicht aus, weil anschließende Ausbildungsverhältnisse nach wie vor an einer unsicheren Bleiberechtsregelung scheitern. Die Arbeitsministerin muss hier dringend nachlegen.

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