Pressemitteilung 15.07.2015

Dispo-Regelung ist ganz kleines Karo

Zum heutigen Kabinettsbeschluss des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie, in dem auch Vorgaben zu Dispo-Zinsen getroffen werden, erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Die Dispozinsen sind weiterhin zu hoch und stehen in keinem Verhältnis zu den Zinsen, zu denen sich die Banken Geld leihen. Die Dispo-Genese der vergangenen Jahre ist ein Armutszeugnis für die SPD und für Verbraucherminister Heiko Maas. Im Wahlkampf forderte die SPD einen Acht-Prozent-Dispodeckel. Dann speckte sie ihre Forderung ab zu einem Warnhinweis, der jedoch nicht europarechtskonform ist. Übrig geblieben ist jetzt von den großen Tönen der SPD nicht viel: Banken sollen für mehr Transparenz sorgen und Kunden zu einem Beratungsgespräch laden, wenn diese im Dispo sind.

Die Verpflichtung der Banken, künftig die Höhe ihrer Dispozinsen auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen, ist im digitalen Zeitalter längst überfällig gewesen. Transparenz ist notwendig und richtig, entscheidend ist jedoch der einfache Zugang zu Informationen. Kleine Schriftgrößen in versteckten Ecken einer Homepage helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht. Dies gilt auch für den Aushang der Höhe der Dispozinsen in den Filialen.

Die Abzocke durch Dispo- und Überziehungszinsen beendet der halbherzige Vorstoß von Maas nicht. Notwendig wären eine Deckelung der Dispo- und Überziehungszinsen sowie situationsbedingte Beratungsangebote durch eine Verbraucher- oder Schuldnerberatung. Überschuldeten Kunden müssen außerdem Alternativen zum Dispo angeboten werden. Die Banken sind in der Pflicht adäquate Ratenkredite anzubieten, die situationsbedingt passen. Auch die Einräumung eines Disporahmens müssen die Banken verantwortungsbewusst treffen, um Verbraucherinnen und Verbraucher nicht bewusst abzuzocken.

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