Pressemitteilung 02.07.2015

Milchkrise: Landwirtschaftsminister Schmidt muss Milchgipfel einberufen

Zum heutigen Protest der Milchbauern vor dem Landwirtschaftsministerium erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Wir fordern den Landwirtschaftsminister auf, jetzt einen Milchgipfel einzuberufen. Es ist höchste Zeit. Ständig sinkende Milchpreise bedrohen die berufliche Existenz vieler Bäuerinnen und Bauern. Bund und Länder, Handel und Molkereien, Bauern und ihrer Vertretungen müssen gemeinsam einen Weg aus der Krise finden. Doch dafür brauchen sie endlich konkrete Vorschläge vom Landwirtschaftsminister. Es ist unverantwortlich, wenn Herr Schmidt weiterhin die Hände in den Schoß legt.

Der Milchgipfel muss alle Interessengruppen des Sektors an einen Tisch bringen, neben dem Deutschen Bauernverband auch den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Der Milchmarkt ist ein öffentliches Gut, das allen Erzeugern zur Verfügung stehen muss – gerade auch den kleinen und mittleren Betrieben.

Eine Anhebung des garantierten Mindestpreises wäre der falsche Weg - das führt langfristig nur zu neuen Butterbergen und Milchseen. Die hatten wir schon bis in die 80er Jahre mit der Folge enormer Kosten. Dorthin kann niemand ernsthaft zurück wollen.

Eine zukunftsfähige Milchpolitik muss faire Preise und einen Marktzugang für alle Milcherzeuger gewährleisten. Wir brauchen die Vielfalt der Milcherzeugung und der Vermarktungsstrukturen. Wir brauchen Milcherzeugung in allen Regionen. Eine Erzeugerbündelung, wie im Milchpaket vorgesehen, muss endlich gestärkt werden, damit die Milchbauern in der Lage sind mit den Molkereien faire Preise aus zu handeln.

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