Pressemitteilung 06.07.2015

Namibia: Völkermord anerkennen – Dialog stärken

Anlässlich der Übergabe von Unterschriften zum Völkermord in Namibia an Bundespräsident Gauck erklärt Tom Koenigs, Sprecher für Menschenrechtspolitik:

Was Völkermord war, muss auch Völkermord heißen. Über 100 Jahre nach den Massakern im heutigen Namibia ist es Zeit für die damalige Kolonialmacht Deutschland, das endlich offiziell anzuerkennen - auch durch die Bundesregierung und durch den Bundespräsidenten. Für die Opfer und Nachfahren der Herero, Nama, Damara und San ist diese Anerkennung wichtig. Sie kann ein Beitrag sein, das Trauma zu verarbeiten.

Wir sollten aber noch einen Schritt weiter gehen und den Dialog zwischen Deutschland und Namibia auf allen Ebenen intensivieren. Besonders wichtig ist es, die Nachfahren der betroffenen Bevölkerungsgruppen, zivilgesellschaftliche Organisationen in beiden Ländern sowie die nationalen Parlamente mit einzubeziehen. Die Gründung einer deutsch-namibischen Parlamentariergruppe wäre ein guter Anfang.

Hundert Jahre nach Ende der deutschen Kolonialzeit muss sich die Bundesregierung endlich ernsthaft um die Aufarbeitung dieses Teils unserer Geschichte bemühen. Es kann nicht sein, dass die von deutschen Kolonialtruppen begangenen Verbrechen hierzulande noch immer weithin unbekannt sind. Deutschland muss offiziell die historische und moralische Verantwortung für den Völkermord und die Verbrechen im Zusammenhang mit seiner Kolonialzeit übernehmen.

Unseren Antrag „Die Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia stärken und unserer historischen Verantwortung gerecht werden“ (Drucksachennummer 18/5385) finden Sie hier.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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