Pressemitteilung 15.07.2015

Tropenholz: Illegaler Raubbau finanziert Bürgerkrieg in Zentralafrikanischer Republik

Zum heute von Global Witness veröffentlichten Bericht „Blutholz - Wie Europa den Krieg in der Zentralafrikanischen Republik mitfinanziert hat“ erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

Durch die Zerstörung des Regenwaldes finanzieren europäische Firmen den Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik - dieser Vorwurf ist gravierend und muss aufgearbeitet werden. Denn auch Deutschland importierte Holz aus der Zentralafrikanischen Republik. Dieses Holz wurde höchstwahrscheinlich illegal geschlagen und es flossen Millionen an Rebellengruppen dafür. So konnten Unternehmen auch während des Bürgerkrieges ungehindert Holz einschlagen.

Die bisherigen Gesetze in Deutschland und Europa reichen nicht aus, um illegales Holz auf dem deutschen und europäischen Markt zu verhindern. Für den Klima- und Artenschutz sind Tropenwälder von überragender Bedeutung – wir brauchen sie zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen und können es uns nicht leisten, weiterhin jährlich weltweit bis zu 13 Millionen Hektar Waldfläche zu verlieren.

Die Bundesregierung hat bisher viel zu wenig unternommen, um dieser Naturzerstörung – und im Fall der Zentralafrikanischen Republik dem damit zusammenhängenden Bürgerkrieg - entgegenzuwirken. Das Holzhandelssicherungsgesetz ist windelweich und muss überarbeitet werden. Es fehlen eine eindeutige Kennzeichnungspflicht und schärfere Kontrollen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4396233