Pressemitteilung 24.06.2015

Atomkraft: Grafenrheinfeld geht endlich vom Netz

Zum Abschalttermin des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld am 27. Juni 2015 erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Endlich! Nach 33 Jahren Laufzeit wird das derzeit dienstälteste Atomkraftwerk Deutschlands abgeschaltet. Der Atomausstieg kommt voran - auch in Bayern. Doch mit der Abschaltung von Grafenrheinfeld und den acht weiteren Atomkraftwerken bis 2022 ist es noch nicht getan.

Es müssen weitere Schritte folgen, um einen ehrlichen Atomausstieg zu vollziehen: Die noch immer laufenden Atomfabriken Urenco und Lingen müssen geschlossen werden. Die Bundesregierung muss den Atomausstieg auch in der Forschung vollziehen: Viel zu viel Steuergeld wird für die Erforschung neuer atomarer Technologien eingesetzt und fehlt für weitere Bausteine der Energiewende. Der Ausstieg aus dem teuren und unsinnigen ITER-Projekt wäre ein richtiges Signal.

Zudem muss die Bundesregierung auch aus dem Atomkraft protegierende Euratom-Vertrag endlich aussteigen und mit Nachbarstaaten wie Frankreich, Belgien und Tschechien über die Abschaltung hochgefährlicher grenznaher AKW sprechen. Sie darf sich in der EU nicht bei wettbewerbswidrigen AKW-Neubauprojekten wie dem britischen Hinkley Point C wegducken, sondern muss dagegen klagen. Auch atomare Abkommen wie die mit Brasilien und Indien müssen schnellstmöglich gekündigt werden.

Diese weiteren Schritte gehören dazu, damit der Atomausstieg vollständig und das Bekenntnis zur Energiewende glaubhaft ist. 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4396053