Pressemitteilung 21.06.2015

Breaking News auf dem Prüfstand: Das neue Programm der Deutschen Welle muss sich beweisen

Zum Start des englischsprachigen Nachrichtenprogramms der Deutschen Welle am 22. Juni erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:

Intendant Peter Limbourg hat viel zu beweisen, wenn jetzt sein Projekt eines englischsprachigen Nachrichten-Fernsehkanals auf Sendung geht. Nun wird sich herausstellen, ob sich seine Visionen bewahrheiten, die Investitionen dafür sinnvoll sind und ob die hochgesteckten Ziele – samt anspruchsvoller Logistik für die Breaking-News-Fähigkeit – in der Praxis erreicht werden.

Limbourg hat aber auch zu beweisen, dass darunter die Kernkompetenzen der Deutschen Welle nicht leiden: die Vielsprachigkeit, die regionalen Angebote, die Hintergrundberichte und das reichhaltige kulturelle Programm. Schließlich kann es bei der angestrebten Modernisierung der Deutschen Welle nicht darum gehen, das von den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Erarbeitete zu verspielen.

Dem wohlklingenden Versuch eines Anschlusses an internationale Sender wie BBC World, CNN und Al Jazeera dürfen all die besonderen Kompetenzen des Auslandssenders nicht zum Opfer fallen. Ob Deutschland sich als „Orientierungsmacht“ – wie es Limbourg formuliert – über die Deutsche Welle vermittelt, hängt am Ende vor allem daran, ob der Sender eine eigene Haltung an den Tag legt.

Denn nur dann kann er für andere auch zur Orientierung werden. Ich wünsche der Deutschen Welle und ihren Mitarbeitern, dass sie diese Haltung auch im englischsprachigen Programm zur Entfaltung bringen dürfen. Nach den langen konfliktreichen Zeiten hätten sie es verdient.

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