Pressemitteilung 17.06.2015

Südsudan: Massensterben verhindern

Zum Bericht der Vereinten Nationen, laut dem 250.000 Kindern im Südsudan der Hungertod droht, erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Lage im Südsudan ist verheerend. Die Weltöffentlichkeit darf die Augen nicht länger vor der Tragödie verschließen. Die internationale Gemeinschaft muss schnell und unbürokratisch die benötigten Mittel zur Verfügung stellen, um den drohenden Hungertod von hunderttausenden Kindern abzuwenden. Die Bundesregierung muss hierzu einen bedeutsamen Beitrag leisten.

Entwicklungsminister Müller hat wiederholt deutlich gemacht, dass Hungertod Mord sei. Auf dem G7-Gipfel in Elmau hat die Bundesregierung gerade erst verkündet bis 2030 eine halbe Milliarde Menschen aus Hunger und Mangelernährung befreien zu wollen. Diesen Worten müssen Taten folgen. Denn obwohl die fehlenden Mittel der Vereinten Nationen im Bereich des World Food Progamme (WFP) seit langem bekannt sind, scheiterte die Aufstockung der Gelder. Laut WFP sind im Südsudan alleine sogar 4,6 Millionen Menschen auf lebensrettende Ernährungshilfen angewiesen. Da ausreichende Mittel fehlen, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort zunehmend vor der untragbaren Situation priorisieren zu müssen. Ein Offenbarungseid der reichen Länder.

Entwicklungsminister Müller will verstärkt Fluchtursachen bekämpfen und bewirbt bei jeder Gelegenheit seine Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger". Das Beispiel Südsudan macht deutlich: diese Politik alleine ist ungeeignet um Hunger und Mangelernährung zu begegnen. Die Bundesregierung muss sich auch für eine Lösung des Konflikts im jüngsten Staat Afrikas einsetzen. Hierzu müssen die Konfliktparteien zurück an den Verhandlungstisch gebracht werden. Es braucht eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses und ein schnelles Ende der Kampfhandlungen. Sonst wachsen auch in Zukunft auf dem südsudanesischen Boden weder Frieden noch Nahrungsmittel.

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