Pressemitteilung 16.03.2015

Düsseldorfer Hyp: Warum konnte diese Bank so leicht kippen?

Zur Garantie des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken für die Düsseldorfer Hypothekenbank erklärt Dr. Gerhard Schick, Sprecher für Finanzpolitik:

Erneut wird eine Bank gerettet, auch hier scheint die alte Logik „retten statt abwickeln“ zu greifen. Gut ist: Dies geschieht nicht mit Steuergeld. Irritierend ist es allerdings, wenn eine Ratingagentur schreibt, dass eine Pleite dieses kleinen Instituts ähnlich systemische Konsequenzen hätte wie die Pleite von Lehman Brothers. Wenn sie dann auch noch davon ausgeht, dass am Ende „sehr wahrscheinlich“ doch der Staat einspringen wird, wird deutlich, wie weit wir noch von einem funktionierenden, vom Markt eingepreisten Abwicklungsregime entfernt sind. Der Fall Düsseldorfer Hypothekenbank straft alle Lügen, die meinen, die wichtigsten Lehren aus der Finanzkrise seien bereits gezogen.

Wie kann es sein, dass eine Bank ein so hohes Einzelrisiko bei einer einzigen Adresse hat? Warum hat die BaFin ein solch extremes Klumpenrisiko in der Bilanz einer Bank zugelassen? Diese Fragen drängen sich auf, auch wenn die Pleite der Düsseldorfer Hypothekenbank über das Eingreifen der Einlagensicherung der Privatbanken zunächst abgewendet scheint. Der Verlust der Bank aus dem Zahlungsstopp der Hypo Alpe Adria übersteigt laut Presseberichten deren Eigenkapital. Man muss kein Finanzprofi sein, um zu wissen, dass man mit einer derartig hohen Position die Zukunft einer Bank gefährdet. Genau solche Ansteckungskanäle sollten doch eigentlich inzwischen durch Regulierung und Aufsicht verhindert werden. Deshalb müssen sich BaFin und Bundesregierung fragen: Haben wir genau genug hingeschaut und braucht es nicht strengere Regeln für die Begrenzung von Großkrediten im Verhältnis zur Bilanzsumme – auch wenn sie staatlich garantiert sind?

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