Pressemitteilung 10.03.2015

Fukushima - die permanente Katastrophe

Anlässlich des morgigen Jahrestages der Katastrophe von Fukushima erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Der GAU von Fukushima Daiichi ist nicht bewältigt und es ist nicht klar, ob er je bewältigt werden wird. Trotzdem will die Regierung Abe die Atomkraftwerke wieder anfahren. Das AKW Sendai in der Nähe zweier aktiver Vulkane soll als erstes zurück ans Netz. Bisher verhindert das der Widerstand der Kommunen. Die japanische Gesellschaft will den Atomausstieg. Doch Premierminister Abe erklärt den “billigen Atomstrom” für unverzichtbar. Dabei ignoriert er die Milliarden, die die Aufräum- und Sicherungsmaßnahmen in Fukushima heute schon kosten, vergisst die ungelöste und teure Endlagerfrage und blendet die vielen menschlichen Schicksale aus, die monetär weder messbar noch ausgleichbar sind.

Es ist gut, dass Bundeskanzlerin Merkel auf ihrer aktuellen Japanreise für Energiewende und Atomausstieg warb. Das wird zu Recht von der Kanzlerin des Atomausstiegslandes erwartet. Die japanische Öffentlichkeit schaut auf die Entwicklung in Deutschland. Ein vollendeter Atomausstieg und eine gelungene Energiewende hier sind die beste Unterstützung für die AtonkraftgegnerInnen Japans.

Deshalb müssen die Weichen in Deutschland eindeutig gestellt werden. Für den Atomausstieg heißt das, auch die Atomfabriken in Gronau und Lingen abzuschalten. Es heißt, sich mehr als bisher um die Risiken grenznaher AKW wie Cattenom, Fessenheim und Temelín zu kümmern und Widerstand gegen das Neubauprojekt Hinkley Point C zu zeigen. Und es heißt, keine öffentlichen Forschungsgelder mehr für Wiedereinstiegstechnologien wie die Transmutation zur Verfügung zu stellen. Dann sind wir glaubwürdig.

Die fortdauernde Katastrophe von Fukushima zeigt, dass hier Mensch und Technik an ihre Grenzen gestoßen sind. Atomkraft beherrschen zu wollen, ist Hybris. Die Gefahr eines Reaktorunfalls ist permanent, auch in Deutschland. Ein weltweiter Atomausstieg muss auch von Deutschland aus tatkräftig vorangetrieben werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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