Pressemitteilung 23.03.2015

G7-Präsidentschaft auch für Tuberkulosebekämpfung nutzen

Zum morgigen Welt-Tuberkulose-Tag erklären Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft, und Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Bundesregierung muss eine kohärente Strategie zur Reduzierung der Tuberkulose vorlegen – sowohl für die Forschung als auch in der Gesundheits-, Sozial- und Entwicklungspolitik. Diese ist trotz großer Ankündigungen zur G7-Präsidentschaft leider bisher immer noch nicht zu erkennen. Weiteres Abwarten dient nur den multiresistenten Erregern.

Die Tuberkulose ist weltweit, aber auch in Deutschland, ein Problem. Es entwickeln sich immer mehr resistente Formen. Die Forschung für neue Medikamente ist nur unzureichend. Auch in Deutschland mangelt es an einer ausreichenden Infrastruktur, um die am meisten betroffenen Personengruppen durch Prävention und Behandlung zu erreichen: Schon der Öffentliche Gesundheitsdienst ist oft nicht ausreichend ausgestattet. Gefordert ist daher die Abstimmung mit internationalen Aktivitäten, aber auch eine nationale Strategie.

Besorgniserregend ist vor allem die steigende Rate der multiresistenten Tuberkulosebakterien – auch in Deutschland. Wie aus dem Tuberkulosebericht des Robert-Koch-Instituts deutlich wird, sind auch hier vor allem sozial benachteiligte Gruppen gefährdet. Wegen Mobilität und Zuwanderung bleibt diese Krankheit eine (sozial)medizinische, gesellschaftliche und globale Herausforderung, der wir uns endlich entschieden stellen müssen. Hier ist von der deutschen G7-Präsidentschaft ein deutliches Zeichen erforderlich.

Weltweit werden immer noch zu viele Tuberkulose-Fälle nicht diagnostiziert oder nicht angemessen behandelt. Letzteres führt zur Ausbreitung der multiresistenten Tuberkulose. Die Welt-Gesundheitsorganisation sieht darin eine ernste Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Die Behandlung der multiresistenten TB 10 ist bis 15 Mal teurer. Es fehlt schlicht an wirksamen, gut verträglichen Medikamenten. Umso erstaunlicher sind unter diesem Aspekt die weltweit sinkenden Forschungsausgaben zur Bekämpfung der TB.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4394943