Pressemitteilung 20.03.2015

Sklaverei beim Fischfang stoppen

Zu den Arbeitsbedingungen in der südostasiatischen Fischereiindustrie erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Tag für Tag arbeiten Menschen in der Fischereiindustrie unter unmenschlichen Bedingungen. Körperliche Gewalt und Zwangsarbeit sind an der Tagesordnung. Die so produzierten Fischerzeugnisse landen auch in deutschen Supermarktregalen. Die Bundesregierung steht in der Verantwortung.

In der Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zeigt sich die Bundesregierung besorgt über die Zustände auf Fischtrawlern in Südostasien. Jedoch unternimmt sie selbst nicht genug gegen die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen. Die Bundesregierung versteckt sich hinter EU-Gesetzgebung und UN-Prozessen anstatt die eigenen Einflussmöglichkeiten zu nutzen - setzt auf Freiwilligkeit anstatt auf verpflichtende Standards. Sie versucht zudem die eigene Verantwortung kleinzureden. Dabei ist Deutschland in der EU drittwichtigster Abnehmer thailändischer Fischereierzeugnisse. Die Fischerei ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Bundesregierung die verheerenden Zustände in internationalen Lieferketten nicht wirksam bekämpft.

Das schadet auch Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es beinahe unmöglich herauszufinden, unter welchen Bedingungen Fisch gefangen und verarbeitet wurde. Die meisten Siegel für Fischprodukte decken soziale Kriterien unzureichend oder gar nicht ab. Die Bundesregierung ist sich der Informationslücke bewusst, schließt gesetzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lage jedoch aus.

Zwar versichert die thailändische Botschafterin im persönlichen Gespräch, dass ihre Regierung das Problem ernst nehme. Die konkrete Regierungsarbeit Bangkoks nimmt aber die Fischereiunternehmen bislang kaum in die Pflicht. Die thailändische Regierung sollte in Zusammenarbeit mit den europäischen Staaten und der Zivilgesellschaft ernsthafte Lösungsansätze erarbeiten, um wirksam gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Fischereiindustrie vorzugehen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4394927