Pressemitteilung 25.03.2015

Versorgung mit Hebammenhilfe steht weiter auf der Kippe

Anlässlich der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss zur dauerhaften Sicherung einer guten Versorgung mit Hebammenhilfe erklärt Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Gesundheitsausschuss:

 

Nach wie vor geben Hebammen wegen der drückenden Belastung mit Haftpflichtprämien ihren Beruf auf – das gilt zunehmend auch für Hebammen, die nicht in der Geburtshilfe tätig sind. Die heutige Anhörung zeigt: Für Hebammen wird zu wenig getan.

Die Koalition bringt nun eine Maßnahme auf den Weg, die eigentlich nur aus Einschränkungen besteht: Zukünftig müssen die Kranken- und Pflegekassen bei Geburtsschäden auf ihre Regressansprüche verzichten. Aber nur wenn der Schaden leicht fahrlässig verursacht wurde und nur gegenüber freiberuflichen Hebammen beziehungsweise deren Versicherern. Diese Maßnahme wird den Streit darüber, wer den Schaden verursacht hat und welcher Verschuldensgrad vorlag, anheizen. Die Situation der Hebammen sowie die Versorgung wird sie um keinen Deut verbessern.

 

Um die bestehenden Versorgungsstrukturen zu stabilisieren und Raum für die Entwicklung neuer Versorgungsideen zu schaffen, muss die Situation aller Hebammen dauerhaft gesichert werden. Statt die Hebammen in ein Konkurrenzverhältnis zu Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie anderen Gesundheitsberufen zu stellen, muss eine gemeinsame Lösung gefunden werden – für alle Gesundheitsberufe. Wir schlagen vor, die Übertragung der Regelungsprinzipien der Unfallversicherung auf die Berufshaftpflicht für alle Gesundheitsberufe zu übertragen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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