Pressemitteilung 20.03.2015

Waldschutz: Mehr Anstrengung hier und weltweit nötig

Zum Internationalen Tag des Waldes erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutz, und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Die Zahlen sind ernüchternd: Alle zwei Minuten wird weltweit die Fläche eines Fußballfeldes Wald abgeholzt – ein Großteil davon illegal. Diese Zerstörung findet statt, um Europa mit Soja, Palmöl und Fleisch zu beliefern - denn die Flächen werden für Landwirtschaft gerodet.

Diese Naturzerstörung gefährdet uns alle. Das Abholzen trägt zur Klimakrise bei und zerstört die biologische Vielfalt. Wir fordern einen wirksamen Schutz der Schatzkammer unserer Erde. Die Bundesregierung muss die Schlupflöcher im Holzhandelssicherungsgesetz schließen, sich auf EU-Ebene für einen Aktionsplan gegen Waldzerstörung einsetzen und bei Handelspartnerschaften den Schutz der Wälder einfordern.

Auch beim deutschen Waldschutz müssen Anstrengungen deutlich verstärkt werden: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, fünf Prozent der deutschen Wälder bis 2020 natürlich zu belassen, ist mit aktuell zwei Prozent noch nicht einmal zur Hälfte erreicht. So geht das Artensterben der Tiere weiter, die auf ausreichend Alt- und Totholz angewiesen sind.

Ökologisch höchst problematisch ist die Entscheidung der Bundesregierung, Bedingungen für den Pestizideinsatz im Wald sogar für Naturschutzgebiete abzuschwächen. Zudem hält das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium mehr Anstrengungen zum ökologischen Waldumbau für unnötig, obwohl das langfristig Gifteinsätze vermeiden könnte. Von dieser Regierung ist keine nachhaltige Waldpolitik zu erwarten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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