Pressemitteilung 12.05.2015

50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel: Einmaligkeit betonen, Vertrauen stärken, Herausforderungen annehmen

Zum 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel am 12. Mai 1965 erklären Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzende:

50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland sind alles andere als selbstverständlich und gerade deshalb besonders wertvoll. Das gewachsene Vertrauen zwischen beiden Staaten und Gesellschaften ist ein tragfähiges Fundament für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel war nur 20 Jahre nach dem Ende der Shoah, der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch Deutsche, keine Selbstverständlichkeit. Dass diese Beziehungen einige Klippen umschifft und sich in der heute gegebenen Breite und Intensität entwickelt haben, ist vielen Akteuren auf den unterschiedlichsten Ebenen in Politik und Zivilgesellschaft zu verdanken. Sie haben mit Geduld, Beharrlichkeit und oft mit hohem persönlichem Einsatz daran gearbeitet, das Vertrauen zwischen beiden Staaten und ihren Gesellschaften aufzubauen und zu stärken. Erinnerung und Verantwortung sind für alle in Deutschland lebenden Menschen keine historische Hypothek, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag.

Wir wünschen uns für die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen eine Fortsetzung der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Dabei muss klar sein, dass die Grundlage dafür unser Einstehen für den Staat Israel ist, unabhängig davon, inwiefern wir mit der aktuellen dortigen Regierungspolitik übereinstimmen. Gleichzeitig wünschen wir uns eine offene Debatte über Inhalte und Kritik in unserem Verhältnis zueinander. Ein offenes Wort über Differenzen stellt die Einzigartigkeit unserer Beziehung zu Israel nicht infrage, sondern ist Teil unserer kritischen Solidarität.

So wenig die deutsch-israelischen Beziehungen von der deutschen Geschichte zu trennen sind, so wenig sind sie vom israelisch-palästinensischen und vom israelisch-arabischen Konflikt zu trennen. Wir sind auch weiterhin der Auffassung, dass sich ohne die Perspektive einer Zwei-Staaten-Regelung weder die Sicherheit des Staates Israel noch die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechtes der Palästinenser garantieren lässt. Für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche sichern wir den Konfliktparteien deshalb unsere Unterstützung zu.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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