Pressemitteilung 11.05.2015

Arbeit der Pflegekräfte angemessen würdigen

Zum morgigen internationalen Tag der Pflegenden erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

 

Nach wie vor arbeitet ein Großteil der Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unter schlechten Arbeitsbedingungen. Zu wenig Geld, zu wenig Zeit und zu wenig Personal führen in eine Spirale aus belastenden Bedingungen, die es den Pflegekräften schwer macht, ihren Beruf dauerhaft auszuüben und dabei gesund zu bleiben. Auf diese Weise wird sich der Fachkräftemangel in der Pflege weiter verschärfen.

 

Die Bundesregierung hat sich zwar viele Reformen in der Pflege auf ihre Fahnen geschrieben, getan wurde jedoch wenig. Zu den Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte fällt der Großen Koalition nur ein, die Ausbildung zur Kranken-, zur Kinderkranken- und zur Altenpflegerin zusammenzulegen. Dabei wird eine generalistische Pflegekraft herauskommen, der das spezifische Fachwissen für ihr Einsatzgebiet fehlt. Das greift zu kurz.

Eine Ausbildungsreform wird an den inakzeptablen Arbeitsbedingungen von Pflegekräften nichts verbessern. Die Bundesregierung muss dort eingreifen, wo akuter Handlungsbedarf herrscht: In Krankenhäusern, Pflegediensten und -einrichtungen müssen verbindliche Instrumente zur Personalbemessung eingeführt werden. Und es muss garantiert sein, dass das dadurch ermittelte, notwendige Personal auch finanziert wird.

 

Auch die Arbeitgeber sind gefordert. Sie sollten wissen, wie wertvoll gutes Personal ist und ihre Pflegekräfte angemessen bezahlen. Viele Einrichtungen leisten eine hochwertige Pflege und beschäftigen ausreichend Pflegepersonal zu guten Arbeits- und Gehaltsbedingungen.

 

Erst wenn die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung stimmen, wird die Arbeit der Pflegekräfte wirklich gewürdigt. Alles andere sind nur schöne Worte.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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