Pressemitteilung 19.05.2015

Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau: Konkrete Vorschläge sind gefragt

Zur heutigen Vorstellung der Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik, und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Agrarminister Schmidt spuckt große Töne und verkündet Absichtserklärungen. Notwendig sind jedoch konkrete Maßnahmen. Es bleibt Schmidts Geheimnis, warum er über die bekannten und notwendigen Maßnahmen für mehr Ökolandbau weitere Prüf- und Denkschlaufen drehen will - womöglich bis zum Wahltag 2017. Seit mehreren Jahrzehnten zeigt der ökologische Landbau, wie eine zukunftsfähige, natur- und ressourcenschonende und dem Menschen und Tieren gerechte Landwirtschaft funktioniert.

Bundesminister Schmidt kündigt jetzt an, den Ökolandbau zu beforschen. Das ist sicher richtig und notwendig, aber zu zögerlich.

Defizite gibt es bei der heimischen Ware, wo eine strukturelle Förderung her muss. Zum Beispiel für Verarbeiter ökologischer Rohstoffe - wie Bäckereien und Mühlen. Auch eine Förderung der Direktverarbeitung in landwirtschaftlichen Betrieben wäre notwendig, damit die Wertschöpfung in der Region und im Sektor bleibt. Ebenso sollten dezentrale Erzeugung, Vermarktung und Bündelung zu marktrelevanten Mengen getroffen werden. So kommt die Wertschöpfung in der Breite an.

Dass der Minister die öffentliche Debatte scheut, zeigt die heutige Auftaktveranstaltung. Ohne Einbeziehung der konventionellen Landwirtschaft und deren Tiefstpreisen greifen alle Bemühungen zu kurz, den ökologischen Landbau zu fördern. Dies wurde von verschiedenen Vertretern der Branche thematisiert. Der Minister reagierte darauf äußerst unwirsch. Es ist fragwürdig, ob dieser Minister fähig ist, die notwendige gesellschaftliche Debatte zu führen. Die sogenannte Kick Off Veranstaltung war wohl eher ein Kick Out.

Ob sich Christian Schmidt wirklich als der neue Ökominister profilieren will, wird sich nur an handfesten Taten messen lassen. Da steht er nun in Bringschuld.

Die Feuerprobe wird der kommende Agrarrat am 16.Juni. Der Kommissionsentwurf zur Ökoverordnung ist ein Entwurf gegen den ökologischen Landbau. Der Minister muss sich deshalb konsequent für einen Rückzug des gesamten Vorschlages einsetzen. Ein Kompromiss, wie er zu erwarten ist, wäre für den Ökolandbau ein herber Rückschlag.

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