Pressemitteilung 02.11.2015

Antibiotika: Kein Grund zur Entwarnung

Anlässlich aktueller Zahlen des Bundesinstituts für Risikobewertung zur Antibiotikavergabe in der Nutztierhaltung erklären Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Die gesunkenen Antibiotikaeinsatzmengen in der Nutztierhaltung geben keinen Anlass, Entwarnung zu geben. Denn der Einsatz von Reserveantibiotika ist immer noch flächendeckend zu hoch und fördert weiterhin die Entstehung von Resistenzen. Das bestätigte auch erst kürzlich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Außerdem ist fraglich, ob die Durchsetzung der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes tatsächlich zielführend ist, denn zahlreiche Tierhalterinnen und Tierhalter lassen mittlerweile Tiere nicht behandeln und weiter erkranken, aus Angst, im Rahmen der bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit in die Kennzahl 1 oder 2 zu gelangen.

Wir brauchen endlich verbindliche Reduzierungsziele für den Antibiotikaeinsatz sowohl im Tier als auch im Humanbereich, eine feste Zeitschiene zur Umsetzung der von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen sowie stärkere Kontrollen und Evaluation.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4397024