Pressemitteilung 16.11.2015

Fusion von Edeka und Tengelmann rettet Arbeitsplätze nicht

Zur heutigen Anhörung von Edeka und Tengelmann im Bundeswirtschaftsministerium zur Entscheidung über die Erteilung einer Ministererlaubnis zur Fusion der beiden Supermarktketten erklärt Katharina Dröge, Sprecherin für Wettbewerbspolitik: 

Auch die heutige Anhörung hat gezeigt: Die Fusion wäre der falsche Weg. Denn der Einzelhandel braucht mehr, nicht weniger Wettbewerb. Wenn Sigmar Gabriel Qualität und Vielfalt in einem fairen Wettbewerb möchte, muss er diese Fusion verhindern. Gabriels einziges Argument, den angeblichen Erhalt von Arbeitsplätzen, hat die heutige Anhörung widerlegt. Dass diese Fusion den Wettbewerb im Einzelhandel beschädigen würde, hatten Bundeskartellamt und Monopolkommission Gabriel schon vor Monaten mit deutlichen Worten erklärt.

Schon jetzt hat Edeka eine enorme Marktmacht im Einzelhandel. Mit der Übernahme von Tengelmann würde diese Marktmacht weiter zementiert werden, und zwar zulasten von Qualität und Wettbewerb. Bezahlen müssten die Übernahme die Verbraucherinnen und Verbraucher mit höheren Preisen; die Angestellten mit schlechteren Arbeitsbedingungen; die Zulieferer in der Lieferkette mit erhöhtem Preisdruck.

Sollte Sigmar Gabriel die Fusion genehmigen, gewinnt Lobby-Politik über den bewährten Sachverstand von Bundeskartellamt und Monopolkommission. Es geht darum, Edekas Marktmacht nicht noch weiter zu zementieren. Und es geht darum lokal die Vielfalt für Verbraucherinnen und Verbraucher zu erhalten und den Wettbewerb zwischen den Supermärkten. Deshalb sollte Sigmar Gabriel dem Antrag eine Absage erteilen und ein Signal setzen für fairen Wettbewerb im Einzelhandel.

Unser Positionspapier zu fairen Wettbewerb „Vielfalt und Wettbewerb statt Macht der Monopole“ finden Sie hier: (http://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/fraktion/beschluesse/Beschluss_Wettbewerb.pdf)

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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