Pressemitteilung 05.11.2015

Lieferengpässe bei Impfstoffen: Versachlichung statt Stimmungsmache

Zu den Meldungen über Lieferengpässe bei Impfstoffen erklärt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft:

Die große Anzahl an Menschen, die vor Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat fliehen mussten, stellt unser öffentliches Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Es ist und bleibt unsere vorrangige Aufgabe, den Schutz der Gesundheit aller in Deutschland lebenden Menschen zu gewährleisten. Ein großer Teil der Flüchtlinge kommt ohne ausreichenden Impfschutz zu uns und wird deshalb schnellstmöglich in den Erstaufnahmeeinrichtungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) durchgeimpft. Eine erhöhte Infektionsgefährdung der Allgemeinbevölkerung ist deshalb unwahrscheinlich, was auch daran liegt, dass die Allgemeinbevölkerung durch eine hohe Impfquote gut geschützt ist.

Die aktuell angespannte Impfstoffsituation darf nicht missbraucht werden, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Die derzeit bestehenden Lieferengpässe bei einzelnen Impfstoffen gefährden den Impfschutz der Bevölkerung nicht. Selbst wenn ein Impfstoff zurzeit vergriffen ist, gibt es oftmals andere Präparate auf die Ärzte zurückgreifen können, wenn eine Immunisierung dringend notwendig ist. Es besteht keinen Grund für Alarmismus.

Deutschland kämpft bedauerlicherweise regelmäßig mit Impfstoffengpässen. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig, unterscheiden sich je nach Impfstoff, sodass es einfachere Lösungen nicht gibt. Allerdings ist die Bundesregierung gefordert, gemeinsam mit Herstellern und Krankenkassen zügig Maßnahmen festzulegen, damit die Impfstoffversorgung in Deutschland in Zukunft dauerhaft gesichert ist.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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