Pressemitteilung 26.11.2015

Organspende: Mehr staatliche Kontrolle nötig

Zum heute vorgestellten Jahresbericht zur Kontrolle der Transplantationszentren erklären Harald Terpe, Obmann im Gesundheitsausschuss, und Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die jüngst bekannt gewordenen Manipulationen bei Herztransplantationen zeigen: Deutschland braucht eine stärkere staatliche Aufsicht im Bereich der Organspende. Wieder sind Menschen auf der Warteliste nach oben gerutscht, weil bei Angaben getrickst wurde. Die gesetzlichen Regelungen zur Verteilung der Organe müssen präzisiert werden. Das Ziel, die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen, kann nur erreicht werden, wenn sichergestellt ist, dass es bei der Organverteilung gerecht zugeht.

Die Bundesregierung hat bislang nur wenig unternommen, um eine rechtsstaatliche Kontrolle der Transplantationszentren zu etablieren – zu Lasten der betroffenen Patientinnen und Patienten, wie sich jetzt zeigt. Grundlegende Änderungen am System gab es bislang nicht. Auch die Einführung eines Transplantationsregisters lässt weiter auf sich warten.

Dabei sind die Defizite offensichtlich. Das Organspende-System liegt in den Händen von privaten, rechtsstaatlich kaum legitimierten Institutionen. Es gibt zu viele Transplantationszentren und kontrolliert werden sie von Akteuren, die selbst eng mit der Transplantationsszene verwoben sind. So lange das so bleibt, wird auch das Vertrauen in die Organspende nicht zurückkehren.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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