Pressemitteilung 27.11.2015

Weltaidstag: Aids-Epidemie bis 2030 beenden

Im Vorfeld des Weltaidstages am 1. Dezember erklären Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft, und Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die UN hat sich mehr als dreißig Jahre nach Beginn der HIV-Pandemie das Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2030 weltweit niemand mehr an Aids erkrankt. Bis 2030 eine Welt frei von Aids zu erreichen, ist ambitioniert. Doch mit dem entsprechenden politischen Willen, einer schlüssigen Strategie und einer verlässlichen Finanzierung wäre es leistbar. Die HIV/Aids-Strategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2005 ist dafür jedoch unzureichend und muss dringend aktualisiert werden.

Zu einer erfolgreichen Strategie gegen HIV/Aids gehören national und international der Kampf gegen Diskriminierung und soziale Ausgrenzung. Leider werden auch in Deutschland Menschen nach wie vor aufgrund ihrer HIV-Infektion diskriminiert - im Alltag, im Beruf, von der Polizei, aber auch im Gesundheitswesen.
Zudem muss stärker auf Aufklärung und Prävention gesetzt werden. In Deutschland mit vergleichsweise niedrigen HIV-Neuinfektionen (3.200 pro Jahr) sollten verstärkt zielgruppen- und altersspezifische Kampagnen und Angebote gefördert werden. Weltweit muss mehr in Bildung und Aufklärung sowie in Strukturen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit investiert werden, um die zwei Millionen HIV-Infektionen pro Jahr deutlich zu senken.

Frühzeitiges Wissen über die eigene Infektion und eine gute Behandlung ist außerdem ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen Aids. Nur wer den Infektionsstatus kennt, kann richtig handeln und richtig behandelt werden. Notwendig sind in Deutschland mehr zielgruppenspezifische und anonyme Testangebote. Denn etwa 16 Prozent der Menschen mit HIV wissen nichts von Ihrer Infektion und knapp 30 Prozent der neu diagnostizierten Personen leiden bereits an einem fortgeschrittenen Immundefekt. Noch immer haben weltweit Millionen Menschen keinen Zugang zu lebensrettenden HIV/Aids-Therapien. Gesundheit ist ein Menschenrecht. Daher muss die Bundesregierung weltweit Gesundheitssysteme stärken und den deutsche Beitrag für den Globalen Fonds zur weltweiten Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria deutlich auf 300 Millionen Euro erhöhen.

Unseren Antrag „Die Aids-Epidemie in Deutschland und weltweit bis 2030 beenden“ finden Sie unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/067/1806775.pdf

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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