Pressemitteilung 02.10.2015

Flüchtlinge willkommen heißen – Bürgerschaftliches Engagement unterstützen

Zum Tag des Flüchtlings am 2. Oktober erklärt Luise Amtsberg, Sprecherin für Flüchtlingspolitik:

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge wird auf absehbare Zeit hoch bleiben. Bund, Länder, Kommunen und nicht zuletzt die Zivilgesellschaft stehen gemeinsam in der Verantwortung, die ankommenden Flüchtlinge gut zu versorgen und zu integrieren. Bedauerlicherweise hat die Bundesregierung es lange versäumt, die nötigen Vorkehrungen zu treffen - beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, bei der finanziellen Entlastung von Ländern und Kommunen und bei den Integrationsmaßnahmen. Das macht die Situation vor Ort nicht leichter.

Umso beeindruckender ist das Engagement der vielen tausend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Die Solidaritätsbewegung für Flüchtlinge ist so groß wie noch nie. Freiwillige geben Deutschunterricht, sammeln Kleidung und begleiten Flüchtlinge zu Behörden. Zahlreiche große und kleine Initiativen haben sich hier bereits als Vorreiter erwiesen. Sie machen Angebote, die den schwierigen Alltag der Flüchtlinge und Asylsuchenden erleichtern und ihnen den Weg in unsere Gesellschaft öffnen.

Doch Willkommenskultur für Flüchtlinge läuft leer, wenn die politische Rückendeckung fehlt. Kommunal ist diese oft noch zu finden, doch von der Bundesregierung kommen nicht mehr als warme Worte. Ehrenamtliche brauchen finanzielle Förderung – sowohl für Schulungen als auch für hauptamtliche Begleitung. Gemeinsam mit den Bundesländern muss der Bund daher zügig ein Förderprogramm zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements für Flüchtlinge auflegen. Eine langfristige Willkommenskultur kann nur aufgebaut werden, wenn die Bundesregierung ehrenamtliche Strukturen stärkt – damit Flüchtlinge sich auch zukünftig willkommen fühlen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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