Pressemitteilung 07.10.2015

G7-Gesundheitsministerkonferenz: Bundesregierung in Bringschuld

Anlässlich der morgigen G7-Gesundheitsministerkonferenz in Berlin erklärt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft:

Die Zeit für wohlklingende Worte ist nun endgültig vorbei. Die Internationale Gemeinschaft ist trotz des G7-Gipfels in Elmau nicht besser auf die nächste Gesundheitskrise wie Ebola vorbereitet. Sie ist weiterhin nicht in der Lage, Menschen vor armutsassoziierten Infektionskrankheiten und Antibiotikaresistenzen besser zu schützen. Die Bundesregierung steht nun in der Bringschuld.

Um die unmittelbare Bedrohung durch Infektionskrankheiten abzuwenden, muss sich die Weltgemeinschaft auf verbindliche Maßnahmen und abgestimmtes Handeln einigen. Ein wesentlicher Punkt dabei wäre ein verpflichtender internationaler Forschungsfonds, um die Erforschung und Herstellung von Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika für Infektionskrankheiten zu beschleunigen. Doch die Bundesregierung betrachtet es nicht einmal für notwendig, die G7-Ministerkonferenzen der Gesundheits- und ForschungsministerInnen gemeinsam durchzuführen. Somit ist fraglich, ob überhaupt konkrete Maßnahmen, finanzielle Zusagen und Zeitpläne vereinbart werden.

Zudem muss die internationale Strategie gegen Antibiotikaresistenzen konkretisiert werden. Dafür braucht es einen Dreiklang aus mehr Wissen, besseren Strukturen und stärkerer Prävention. Wir brauchen international verbindliche Ziele für die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes im Human- und Tierbereich, eine feste Zeitschiene für die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen im ambulanten und stationären Bereich und stärkere Kontrollen bei der Abgabe von Antibiotika. Um neue Antibiotika und alternative Therapiemethoden zu entwickeln, ist es wichtig, dass sich die G7-Gesundheitsminister auf den Ausbau von öffentlich-privaten Partnerschaften verständigen. Nur in gemeinsamer Anstrengung von Staat, Wissenschaft und Pharmaindustrie lassen sich die Resistenzen eindämmen. Bundesgesundheitsminister Gröhe wird sich an den Ergebnissen der Konferenz messen lassen müssen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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