Pressemitteilung 29.10.2015

Illegalen Palmölanbau stoppen

Zu den verheerenden Waldbränden in Indonesien erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Waldbrände zerstören die Lebensgrundlage der Menschen und Tiere in Indonesien. Große Teile des Landes versinken in einem Flammenmeer. Die Auswirkungen für die Umwelt sind verheerend. Grund für das Inferno ist die illegale Brandrodung von Urwäldern, um den Anbau von Palmöl zu ermöglichen. Dieser Irrsinn muss gestoppt werden.

In der jetzigen Lage geht es nicht nur um Feuerbekämpfung, sondern um die Beseitigung der Brandursachen. Die indonesische Regierung muss endlich entschieden gegen die illegalen Brandrodungen vorgehen und soziale, menschenrechtliche und ökologische Standards für den Palmölanbau festlegen - und überwachen. Auch Deutschland steht in der Pflicht. Die Bundesregierung muss Indonesien finanziell bei der Bekämpfung der Katastrophe und bei der Durchsetzung notwendiger Reformen unterstützen. Auch in Europa braucht es ein Umdenken. Palmölimporte in die EU müssen an verbindliche Umwelt- und Sozialstandards gekoppelt werden. Zudem braucht es eine Ausweitung der Kennzeichnungspflicht – etwa auf Kosmetikprodukte. Auch Unternehmen sollten sich dafür einsetzen, dass das Palmöl, das in ihren Produkten verwendet wird unter nachhaltigen Bedingungen angebaut wird.

Hintergrund:

Indonesien produziert mehr als 31 Millionen Tonnen Palmöl pro Jahr – über die Hälfte der weltweit gewonnen Menge. Seit 1990 hat sich die Fläche für Ölpalmen im Land verzehnfacht. Die Folgen für die biologische Arten- und Pflanzenvielfalt in den Regenwäldern sind dramatisch. Viele vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utan, Sumatra-Tiger oder Java-Nashorn verlieren ihren Lebensraum. Indigene Gemeinschaften werden vertrieben – Gewässer und Böden verschmutzt. Durch die Verdrängung kleinbäuerlicher Landwirtschaft ist sogar die Ernährungssicherheit in Gefahr.

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