Pressemitteilung 14.10.2015

Meister-BAföG kommt zu spät und greift zu kurz

Zur heute im Kabinett beschlossenen Öffnung des „Meister-BAföG“ erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Die Öffnung des Meister-BAföG ist höchstens ein erster Schritt, der spät kommt und zu klein ist. Es ist überfällig, dass die Bundesregierung nun auch Menschen mit einem Bachelor-Abschluss und Studienabbrecher beim beruflichen Aufstieg unter die Arme greifen möchte. Dazu gehört die jetzt beschlossene Erhöhung der Freibeträge und Fördersummen. Bildungsministerin Wanka will in vier Jahren aber nur 100 Millionen Euro in die Hand nehmen. Das zeigt deutlich: Die Öffnung des Meister-BAföG schafft keinen breiten Durchgang von der ersten Berufstätigkeit ins Weiterlernen.

Eine gerechte und umfassende Förderung des beruflichen Aufstiegs muss alle Menschen erreichen, die sich beruflich weiterentwickeln möchten. Vor allem Geringqualifizierte, Alleinerziehende und Menschen mit Einwanderungsgeschichte bleiben heute noch viel zu oft vom lebenslangen Lernen ausgeschlossen. Vielen fehlt es an Zeit und Geld. Damit auch sozial Schwächere die Chance auf beruflichen Aufstieg erhalten, brauchen wir einen breiten Rechtsanspruch auf Weiterbildungsförderung. Dieser Rechtsanspruch muss abhängig von Einkommen und Vermögen sowohl die Finanzierung der Bildungs- als auch der Lebenshaltungskosten ermöglichen. Zudem muss erleichtert werden, die Arbeitszeit während der Bildungsphase zu reduzieren, damit Berufstätige an Weiterbildungsangeboten teilnehmen können.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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