Pressemitteilung 23.10.2015

Südsudan: Hungerleid beenden – Sterben verhindern

Anlässlich der alarmierenden Hungersituation im Südsudan erklärt
Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Lage im Südsudan ist trotz der wiederholten Warnungen der Hilfsorganisationen weiter verheerend. Die internationale Staatengemeinschaft muss handeln. Es ist eine Schande, dass den Hilfsprogrammen vor Ort die finanziellen Mittel fehlen, um wenigstens die ärgste Not zu lindern. Noch immer fehlt fast die Hälfte der benötigten Gelder für die Hilfen im Südsudan. Dabei ist das Land leider kein Einzelfall. Das Welternährungsprogramm und andere Hilfsprogramme sind chronisch unterfinanziert. Die deutsche Regierung muss mit gutem Beispiel vorangehen, die Zusagen substanziell erhöhen und langfristig sichern. In den nächsten Monaten droht im Südsudan eine schwere Hungersnot. Bereits jetzt wird die Ernährungslage von 30.000 Menschen als humanitäre Katastrophe eingestuft (Integrated Food Security Phase Classification (IPC) Kategorie 5). Insgesamt sind rund 4 Millionen Menschen im Südsudan akut durch Hunger gefährdet.

Der fortdauernde Bürgerkrieg erschwert die humanitäre Hilfe. Viele Menschen können angesichts der Gefahren nicht von Hilfsorganisationen erreicht werden. Der Friedensprozess muss endlich ein Ende der Kampfhandlungen im jüngsten Staat Afrikas erwirken. Der Zugang für humanitäre Hilfen muss gewährleistet werden.

Zudem verteuert und behindert die Regenzeit die Hilfsmaßnahmen. Die Versäumnisse der vergangenen Monate werden nun bestraft. Anstatt, wie von Hilfsorganisationen gefordert, frühzeitig, und unter besseren klimatischen Bedingungen, Nahrungsmittelvorräte anzulegen, müssen diese nun unter schwierigen Bedingungen teuer herangeschafft werden. Nahrungsmittel mit dem Flugzeug abzuwerfen kostet sechs bis sieben Mal so viel, wie ein Transport über die Straße.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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