Pressemitteilung 02.09.2015

Fleischexporte: Agrarministerium setzt falsches Zeichen

Zum Start des internationalen Kongresses der Vieh- und Fleischwirtschaft in Düsseldorf und dessen finanzielle Förderung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Das Landwirtschaftsministerium setzt weiterhin auf rücksichtslose Exportorientierung der deutschen Vieh- und Fleischwirtschaft. Die Mit-Finanzierung des Kongresses von rund 70.000 Euro rechtfertigt das Ministerium mit der hohen Exportrelevanz der Veranstaltung. So macht die Bundesregierung deutlich, wie sie Klientelpolitik zugunsten der industriellen Fleischindustrie betreibt.

Anhaltend niedrige Erzeugerpreise in der Fleisch- und Viehwirtschaft zeigen jedoch, dass wir nicht nur in einer Konjunkturschwäche stecken, sondern vor einer strukturellen Krise stehen. Hier hilft rücksichtslose Exportorientierung auch nicht weiter. Die Preisspirale – zulasten auch der Arbeitsbedingungen in der Branche – dreht sich weiter nach unten. Leidtragend sind auch Bäuerinnen und Bauern in den Abnehmerländern außerhalb der EU, die gegen die Preise der industriellen Fleischindustrie nicht ankommen.

Jetzt sind weitsichtige Strategien für Milch- und Schweineproduzenten gefragt und kein Rückfall in einen Exportwahn. Die finanzielle Förderung der Bundesregierung für diesen Kongress mit der Betonung der Bedeutung von Fleischexport setzt ein falsches Zeichen.

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