Pressemitteilung 08.09.2015

Flüchtlinge: Saudi-Arabiens vergiftetes Angebot

Zum heute in der libanesischen Zeitung Ad-Diyar bekannt gewordenen Angebot der saudi-arabischen Regierung, für Flüchtlinge in Deutschland 200 Moscheen errichten zu wollen, erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

Auf die Flüchtlingskrise sollte Saudi-Arabien verantwortungsvoll reagieren: Es sollte als eines der reichsten Länder der Region und wichtigste politische Macht auf der arabischen Halbinsel selbst Flüchtlinge aufnehmen und die anderen Mitglieder des Golfkooperationsrats GCC ebenfalls dazu ermuntern.

Das Angebot, in Deutschland Moscheen errichten zu wollen, ist dagegen unangemessen und vergiftet. Die wahhabitische Islamauffassung, offizielle Lehre der saudischen Monarchie, ist ein Faktor, der die Konflikte in der Region anheizt. Ihre Verbreitung hat auch wesentlich zum Wachstum salafistischer Strömungen in der islamischen Welt und auch in Europa beigetragen.

Die deutschen Muslime vertreten in ihrer überragenden Mehrheit eine tolerante und friedliche Religion. Sie sind in der Lage, den muslimischen Flüchtlingen eine geistliche Heimat anzubieten. Der Bund, die Länder und die Kommunen müssen sie bei dieser Aufgabe wo nötig unterstützen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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