Pressemitteilung 30.09.2015

Landwirtschaftsministerium: Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zugesagt

Zur heutigen Zusage des Landwirtschaftsministeriums im Agrarausschuss des Bundestages, eine Historiker-Kommission zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Ministeriums einzusetzen, erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Wir begrüßen die Zusage. Jahrelang haben wir auf eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Geschichte des Landwirtschaftsministeriums gedrängt – samt der Rolle von Entscheidungsträgern wie Staatssekretären und Abteilungsleitern.

Die Blut-und-Boden-Ideologie war zentraler Pfeiler des NS-Systems und ideologische Basis des Antisemitismus. Die Landwirtschaft hat eine wesentliche Rolle in der Kriegswirtschaft für die Rohstoffversorgung und für die Ostraumpolitik im Nationalsozialismus gespielt. Das wurde insbesondere auch durch nationalsozialistische Organisationen und Institutionen wie den Reichsnährstand und das Reichslandwirtschaftsministerium durchgesetzt.

Wir Grünen haben bereits 2005 unter der damaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast, erste Gutachten als Vorstudien in Auftrag gegeben, um das Forschungsfeld klarer zu benennen. Diese wurden durch die Nachfolgeregierung lange unter Verschluss gehalten und erst 2010 und nur in Teilen veröffentlicht. Durch Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes im August dieses Jahres wurde das berechtigte öffentliche Interesse an diesen Vorstudien bestätigt.

Unsere Berichtsanforderung im heutigen Agrarausschuss hat zur Zusage des Ministeriums geführt, die notwendigen Mittel für eine Historiker-Kommission bereitzustellen und eine solche einzusetzen. Vertreter aller Fraktionen hatten in der vorhergehenden Debatte das Anliegen unterstützt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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