Pressemitteilung 01.09.2015

Mehr Unterstützung für Jugendliche und Betriebe

Zu den heute veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Jugendliche und Betriebe brauchen deutlich mehr Unterstützung in der Ausbildung. Allein im vergangenen Ausbildungsjahr sind erneut 179.000 junge Menschen in einer Maßnahme des Übergangsdschungels gelandet, anstatt eine Ausbildung zu beginnen. Diese 179.000 Jugendlichen werden der Wirtschaft schon morgen als gut ausgebildete Fachkräfte fehlen.

Obwohl Ende August noch über 120.000 Ausbildungsstellen offen waren, sind bisher mehr als 100.000 junge Menschen bei ihrer Suche leer ausgegangen. Es geht dabei nicht um eine rechnerische Lücke von gut 20.000 Ausbildungsplätzen. Es geht um 100.000 enttäuschte Jugendliche und unzählige Betriebe mit echten Nachwuchssorgen.

Es reicht nicht, wenn die Bundesregierung sich auf die kleinen Schritte der großen Allianz für Aus- und Weiterbildung beruft und entspannt zurücklehnt. Gerade Jugendliche mit schlechteren Startchancen brauchen deutlich mehr Unterstützung. Die Bundesregierung irrt, wenn sie glaubt, dass die 10.000 Plätze für die Assistierte Ausbildung ausreichen, um allen Jugendlichen echte Zukunftsperspektiven zu bieten. Nur mit einer echten Ausbildungsgarantie können wir die berufliche Bildung vom Kopf auf die Füße stellen.

Der Bericht zeigt aber auch Positives: Das Handwerk konnte mehr Azubis gewinnen als noch im Vorjahr. Hier macht sich auch das vorbildliche Engagement vieler Handwerksbetriebe für junge Flüchtlinge bemerkbar. Es ist höchste Zeit, dass diese Anstrengungen auch von der Bundesregierung angemessen unterstützt werden.

Zudem zeigen die aktuellen Zahlen: Die größten Besetzungsprobleme bestehen in jenen Branchen, denen seit Jahren immer wieder gravierende Mängel bei der Ausbildungsqualität bescheinigt werden. Wer gute Azubis haben möchte, muss sich auch um gute Ausbildungsbedingungen kümmern. Hier steht die Wirtschaft ganz klar in der Pflicht.

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