Pressemitteilung 09.09.2015

Suizidgefährdeten schnell und wirksam helfen

Anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September 2015 erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Suizidgedanken werden häufig nicht rechtzeitig erkannt, weil Menschen sich nicht trauen, offen über ihre Gedanken und Gefühle zu sprechen. Angehörige haben Angst, dass ihre Fragen zum Suizid ermuntern könnten. Wir wollen, dass jede und jeder weiß, was man tun und wohin man sich wenden kann. Deshalb haben wir die Bundesregierung aufgefordert, eine Aufklärungskampagne zu starten, damit Bürgerinnen und Bürger ein Bewusstsein für das Thema entwickeln, Hilfsangebote kennenlernen und Vorurteile abbauen können. Der Besuch beim Psychiater, der Psychotherapeutin, dem Krisendienst oder der Beratungsstelle sollen so selbstverständlich wie der Arztbesuch bei einem Beinbruch werden.

Menschen in akuten Lebenskrisen meiden aus Angst vor Stigmatisierung oder Autonomieverlust häufig das psychiatrische System. Sie wünschen sich eine Beratung auf Augenhöhe, die sie jedoch in vielen Regionen nicht finden. Wir wollen leicht erreichbare ambulante Krisendienste ausbauen und das freiwillige Engagement stärker finanziell unterstützen. Menschen sollen neuen Lebensmut fassen können.

Wer aufgrund einer psychischen Erkrankung seinen Lebensmut verloren hat, benötigt schnell psychotherapeutische Hilfe. Menschen in Krisen ist es nicht zumutbar monatelang auf einen Therapieplatz zu warten oder gar die Kosten für eine Behandlung vorstrecken zu müssen. Um das psychotherapeutische Angebot bedarfsgerecht auszubauen, braucht es eine grundlegend neue Bedarfsplanung für Psychotherapeuten. Außerdem müssen bestehende Angebote flexibler werden, damit sich beispielsweise ältere Menschen in den eigenen vier Wänden psychotherapeutisch behandeln lassen können.

Die Bedürfnisse und Nöte älterer Menschen müssen stärker in den Blick genommen werden, denn etwa 30 Prozent aller statistisch erfassten Suizide werden von Menschen über 65 Jahren verübt. Gesellschaft und Politik sind gefragt, die Lebensqualität älterer Menschen durch eine verbesserte medizinische und pflegerische Versorgung sowie die Integration älterer Menschen in die gesellschaftliche Mitte zu erhöhen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

4396482