Pressemitteilung 05.04.2016

Bundesregierung duldet irreführende Werbung für Zucker- und Fettbomben

Anlässlich der von foodwatch vorgestellten Untersuchung, wonach 90 Prozent der mit Vitaminen beworbenen Lebensmittel ungesund sind, erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Die Daten der foodwatch-Studie offenbaren einmal mehr das Versagen von Ernährungsminister Schmidt bei Verbraucherschutzfragen.

Bis heute gibt es keine Nährwertprofile als Bedingung für die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben auf den Verpackungen, obwohl diese laut einer Verordnung der EU-Kommission bis 2009 festgelegt werden sollten. Mit den Nährwert­profilen sollten Höchstwerte für Zucker, Fett und Salz festlegt werden. Werden diese überschritten, sollte auch keine gesundheits­bezogene Werbung erlaubt sein. Doch unter dem Einfluss der Lebensmittel­industrie ruht die Diskussion seit Jahren - Nährwertprofile wurden bis heute nicht festgelegt. So können Hersteller derzeit auch ihren „Fett- und Zuckerbomben” einen gesunden Anstrich verpassen, indem sie sie beispiels­weise mit Vitaminen anreichern oder eine Zucker- oder Fettreduzierung angeben.

Die Bundesregierung nimmt das Problem nicht ernst. Das kann nicht sein. Es müssen endlich Nährwertprofile festgelegt werden, wie es bereits vor sieben Jahren vereinbart wurde. Außerdem braucht es Höchstmengen für die Anreicherung mit Mikronährstoffen.

Minister Schmidt muss endlich Druck in Brüssel machen, statt das Thema auszusitzen. Notfalls muss er auf nationaler Ebene handeln.

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